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(BMWE) - Vom 05. bis zum 09. Oktober 2026 führt die AHK Kanada in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie e. V. (BDLI) und SBS systems for business solutions GmbH im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie eine Geschäftsanbahnungsreise nach Kanada in die Provinzen Québec und Alberta durch. 

Es handelt sich dabei um eine projektbezogene Fördermaßnahme, die im Rahmen des Markterschließungsprogramms für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) durchgeführt wird. Zielgruppe sind vorwiegend deutsche KMU.

Kanada zählt zu den weltweit führenden Nationen in der Luftfahrtindustrie und bietet deutschen KMU ein attraktives Umfeld für den Markteintritt. Die kanadische Luftfahrtindustrie umfasst ein breites Spektrum an Aktivitäten, darunter die Herstellung von Flugzeugen, Triebwerken und Avioniksystemen sowie die Wartung, Reparatur und Überholung (MRO) von Luftfahrzeugen. Besonders hervorzuheben ist die starke Präsenz von Unternehmen wie Bombardier und Pratt & Whitney, die weltweit renommiert sind und bedeutende Beiträge zur globalen Luftfahrt leisten. Ein zentrales Merkmal der kanadischen Luftfahrtbranche ist ihr Fokus auf Forschung und Entwicklung. 

Kanada investiert kontinuierlich in innovative Technologien, um die Wettbewerbsfähigkeit der Branche zu stärken – wie im Rahmen von PrairiesCan, wodurch 4,3 Millionen CAD in den Luft- und Raumfahrtsektor Albertas fließen. Das kanadische Engagement gegenüber Innovationen eröffnet deutschen KMU mit Spezialisierung in Bereichen wie Leichtbau, Digitalisierung und nachhaltige Flugzeugtechnologien vielfältige Kooperationsmöglichkeiten. 

Die Entwicklung von Kanadas Luftfahrtindustrie wird des Weiteren durch 16 akademische Einrichtungen vorangetrieben. Kanadas Interesse in Forschung und Entwicklung in der Luftfahrt ist nicht zuletzt durch ambitionierte politische Klimaziele motiviert. Die kanadische Regierung verfolgt mit ihrem Klimaschutzplan für die Luftfahrt (2022-2030) das Ziel, Netto-Null-Emissionen bis 2050 zu erreichen. Ein Teilziel hierbei sieht es vor, bis 2030 10 Prozent nachhaltigen Flugkraftstoff einzusetzen und Maßnahmen zur Effizienzsteigerung sowie zur Verringerung von Umweltverschmutzung zu ergreifen. Seit über einem Jahrzehnt arbeitet Kanada mit der Luftfahrtindustrie an der Reduktion von Emissionen. 

Der Plan bietet eine Grundlage für die Zusammenarbeit mit Experten, Interessensgruppen und der Öffentlichkeit. Die politischen Vorgaben geben kanadischen Unternehmen Anreize, Initiativen zur Förderung des grünen Fliegens und zur Reduzierung von CO₂-Emissionen voranzutreiben. Deutsche Unternehmen mit Expertise in nachhaltigen Technologien können hier wertvolle Beiträge leisten und von der wachsenden Nachfrage nach umweltfreundlichen Lösungen profitieren.

Die Branche zeichnet sich durch hohe Innovationskraft und starkes Wachstumspotenzial aus, insbesondere in den Provinzen Québec und Alberta, die als zentrale Hubs der Luftfahrtindustrie gelten. Allein in Québec sind im Luftfahrtsektor über 40.000 Fachkräfte angestellt, was rund 60 Prozent der kanadischen Luftfahrtbeschäftigung entspricht, während die Provinz rund die Hälfte der nationalen Luftfahrtproduktion erwirtschaftet. 

Montréal ist das drittgrößte Zentrum der Luftfahrtindustrie weltweit und der einzige Standort, an dem ein komplettes Flugzeug aus lokal hergestellten Komponenten gefertigt werden kann. Die Luftfahrtindustrie ist Québecs führender Exportzweig (Jahresumsatz über 15 Milliarden CAD). Die Provinz umfasst fünf OEMs, 15 Top-Tier-Zulieferer sowie 185 weitere Zulieferer der Branche. Zudem hat Kanada eine der niedrigsten Flugzeugkostenstrukturen der G-7-Staaten, weist oft attraktive Unternehmenssteuersätze auf und bietet einen extensiven Fachkräftepool, vor allem in Québec und Alberta. 

In Calgary, Westkanadas dynamisch wachsendem Luftfahrtstandort, bündeln Unternehmen und Einrichtungen am Calgary International Airport ihre Kompetenzen vor allem in den Bereichen Flugbetrieb, Wartung, Training sowie Drohnen‑, Logistik‑ und Verteidigungsinnovationen; hierzu zählen u. a. neue Simulator‑Kapazitäten und MRO‑Aktivitäten internationaler Anbieter. Das Alberta Training Centre of Excellence und das Drohnen‑Trainingszentrum des Southern Alberta Institute of Technology (SAIT) schaffen ein leistungsfähiges Umfeld für Flugsimulation, ferngesteuerte Systeme, technologische Erprobung und angewandte Forschung. Gemeinsam mit Partnern wie CAE und WestJet entwickelt Calgary einen Hub für moderne Pilotenausbildung, Simulatortraining sowie innovative Luftfracht‑ und Spezialtransporte in Westkanada. 

Weitere Bildungs- und Trainingseinrichtungen wie die Mount Royal University sowie spezialisierte Flug- und Drohnenschulungen sorgen für eine kontinuierliche Qualifizierung von Piloten, Technikern und Fachkräften für Luftfahrtbetrieb und ‑infrastruktur und stärken damit die langfristige Entwicklung des Clusters in Calgary und Alberta. Zusammenfassend eröffnet der kanadische Luftfahrtmarkt deutschen KMU ein dynamisches und chancenreiches Umfeld. Die Kombination aus technologischer Exzellenz, strategischer Lage und offenen Handelsbeziehungen schafft ideale Voraussetzungen für erfolgreiche Markteintritte und nachhaltige Partnerschaften.

Vor diesem Hintergrund bietet die AHK Kanada deutschen Unternehmen und Anbietern aus der Luftfahrtindustrie eine Geschäftsanbahnung in die Provinzen Québec und Alberta an. Vor Ort können teilnehmende Unternehmen persönliche Kontakte knüpfen, mit kanadischen Unternehmen relevanter Industrien individuell vereinbarte Geschäftstermine wahrnehmen, neue Produkte und Lösungen begutachten und Möglichkeiten der Zusammenarbeit entwickeln. 

Neben bilateralen Gesprächen und Unternehmensbesuchen organisiert die AHK Kanada eine Veranstaltung, bei der die teilnehmenden Unternehmen die Gelegenheit haben, sich vor einem Fachpublikum zu präsentieren sowie an Networking-Events teilzunehmen. 

Das Projekt ist Bestandteil des Markterschließungsprogramms für KMU und unterliegt den De-Minimis-Regelungen. Der Eigenanteil der Unternehmen für die Teilnahme am Projekt beträgt in Abhängigkeit der Größe des Unternehmens zwischen 250 und 1.500 EUR (netto).

Weitere Informationen finden Sie auf der Projektseite bzw. im Infoletter.

 Anmeldeschluss ist der 31. Mai 2026.

Eine Übersicht zu weiteren Projekten des Markterschließungsprogramms für KMU kann unter www.gtai.de/mep abgerufen werden.

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